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Kitesurf-Forum


[Kitebastler] Mit Hightechfasern in die Welle
  • 10. Sep 2009 - 14:13 Uhr  
    [b]Stade. Gestählte Surferbodies, Sonne, Wind und Wellen sind nicht
    unbedingt die ersten Vokabeln, die einem einfallen, wenn von
    Ingenieurwissenschaften die Rede ist. Doch genau diese Thematik steht
    für eine Studentengruppe der PFH (Private Fachhochschule Göttingen)
    gerade im Mittelpunkt. In einem Praxisprojekt entwickeln angehende CFK Ingenieure
    am Hochschulstandort der PFH in Stade, gemeinsam mit ihrem
    Professor Marc Siebert ein Kiteboard aus dem Hightech-Werkstoff Carbon,
    wissenschaftlich korrekt eigentlich CFK (kohlenstofffaserverstärkter
    Kunststoff).[/b]

    Das Thema haben die Studenten selbst gewählt. „Viele Kompetenzen im Bereich
    CFK drehen sich um Fluggeräteentwicklung und –bau“, berichtet
    Bachelorstudentin Christina Quelle. „Das Einsatzspektrum für CFK ist aber sehr
    viel breiter. Deshalb haben wir uns nach einem anderen Anwendungsbeispiel
    umgesehen.“
    CFK gilt als Werkstoff der Zukunft. In der Luft- und Raumfahrt, im Fahrzeug- und
    Maschinenbau bekommen Experten glänzende Augen, wenn sie über Einsatzund
    Einsparmöglichkeiten sprechen. Bei gleicher Festigkeit sind CFK-Bauteile
    beispielsweise rund 30 Prozent leichter als das bislang häufig verwendete
    Aluminium. Auch im Bereich der Sportgeräte kommt der Markt allmählich in
    Schwung. Bei Fahrradrahmen ist Carbon mittlerweile State-of-the-art. Windsurfer
    lieben die Masten aus dem schwarzen Werkstoff, Golfer schwören auf Carbon-
    Schlägerschäfte, um höhere Stabilitäten für größere Weiten zu erreichen.
    Nun also ein Kiteboard. Noch in diesem Sommer soll der Prototyp zu Wasser
    gelassen werden kann. Im September wird der Pilot Artur Poniatowski (25),
    Mitglied der Projektgruppe und seit mehr als fünf Jahren Kiteboarder, bei einem
    Event auf Rügen das Brett testen.
    Dann wird seit dem Projektstart rund ein Jahr vergangen sein: „Vor dem Einsatz
    des Brettes liegt ein langer Weg. Zunächst müssen Haltbarkeit, Materialmenge,
    Faserausrichtung und zahlreiche weitere Parameter berechnet werden, damit
    das Board am Ende auch hält, was es verspricht“, berichtet Masterstudent Jan
    Stefani über die Startphase des Projekts. In zahllosen Versuchsreihen tüftelte die
    Gruppe die richtige Materialstärke aus, berechnete Faserausrichtungen der CFK
    Matten, führte Belastungstests durch und erprobte verschiedene
    Fertigungsmethoden. Schließlich wird das Kiteboard in einem Autoklaven, einer
    Art überdimensionalem Ofen, gebacken.
    Die meisten Studenten der Projektgruppe sind im 6. Semester des
    Bachelorstudiengangs „Verbundwerkstoffe/Composites“ eingeschrieben. Damit
    sind sie Pioniere: Einen Studiengang, der sich so intensiv mit dem Werkstoff CFK
    beschäftigt, gab es vorher in ganz Europa noch nicht. Unterstützt werden Sie von
    berufserfahrenen Masterstudenten.
    Ihr Prof. Marc Siebert ist schon länger in der Szene bekannt: Neben seiner
    Hochschulprofessur ist er Gründer von zwei Unternehmen, die sich mit
    Entwicklung und Produktion von Reha- und Sportgeräten beschäftigen. Die von
    ihm entwickelten Rennradrahmen aus Carbon zum Beispiel zählen mit 700 bis
    800 Gramm zu den leichtesten, die es zu kaufen gibt. Das komplette Rad wiegt
    am Ende dann nur knapp fünf Kilo. 4000 bis 5000 Euro sind für die
    Maßanfertigungen fällig.
    Profitiert haben die Stader Studenten bei ihrer Entwicklung dann auch gleich von
    mehreren Partnerunternehmen ihrer Hochschule. Teile des Materials für das
    Board sponserte das Unternehmen Evonik, für die technische Verarbeitung
    konnten die Studierenden auf Produktionstechnik von Airbus zurückgreifen. Das
    Stader Airbuswerk liegt direkt neben dem Hochschulgebäude in Stade, ein
    großer Teil der Studierenden absolviert hier die Praxisphasen, die in das Studium
    integriert sind.

    http://www.pfh.de/images/stories/pfh/pdf/aktuellepressemitteil/pfh.aus.030.200809_cfk_kiteboard.pdf
    docarzt
  • 10. Sep 2009 - 22:42 Uhr  
    bin ich ja mal gespannt, was es da noch zu entwickeln gibt ....

    unterm Strich wollen doch die armen Studenten nur wieder auf Kosten der Uni ihr Kite-Material aufstocken .. ;-)
    Deen